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Arbeitnehmende weiterhin auf dem Absprung

Laut der aktuellen Studie „State of the Global Workplace: 2023 Report“ des Meinungsforschungsinstituts Gallup befinden sich mehr als die Hälfte aller Beschäftigten weltweit aktiv oder passiv auf Jobsuche.

Mit Blick auf Deutschland sieht die Lage nicht besser aus: Lediglich 55 Prozent der befragten Arbeitnehmenden beabsichtigen, in einem Jahr noch beim derzeitigen Arbeitgeber zu sein. Auch für die kommenden drei Jahre ist der Anteil mit 39 Prozent recht gering.

Eine Ursache hierfür wird in der emotionalen Verbundenheit von Mitarbeitenden mit ihren Unternehmen gesehen: 16 Prozent der Befragten, die nach eigenen Aussagen eine hohe Bindung an ihren Arbeitgeber haben, stehen 69 Prozent mit geringer und 18 Prozent mit fehlender Verbundenheit gegenüber.

Dieses „Quiet Quitting“ genannte Phänomen lässt sich weltweit beobachten: Nahezu sechs von zehn Arbeitnehmenden fallen in diese Kategorie, und die Wechselbereitschaft ist europaweit nahezu unabhängig von Geschlecht, Alter, Joblevel und Arbeitsort – in jedem Fall liegen die Werte der Wechselwilligen bei um die 30 Prozent.

Laut Gallup ist dieser Trend umkehrbar: Unternehmen, die aktiv an der Qualität der erlebten Führung und dem Arbeitsumfeld arbeiten, könnten die emotionale Bindung ihrer Mitarbeitenden im Schnitt auf 40 Prozent steigern. Die besten Unternehmen kommen laut Gallup Engagement Index 2022 Report für Deutschland sogar auf einen Wert von 60 Prozent.

Der Gallup Report 2023 ist hier abrufbar. Den Index für das in Deutschland gemessene Engagement 2022 finden Sie hier.

Headhunter erhöhen Frauenquote in Spitzenpositionen

Streben Frauen innerhalb ihres Arbeitgeberunternehmens Spitzenpositionen an, stehen ihre Chancen, dort anzukommen, nicht sehr gut. Laut des aktuell erschienenen Berichts der AllBright Stiftung schaffen Frauen diesen Weg nur in Ausnahmefällen – die intern beförderten Vorstände sind zu 83 Prozent männlich.

Anders sieht es aus, wenn es um die externe Besetzung geht. In der Zeit zwischen September letzten und März dieses Jahres konnten nach Zählung der hinter dem Bericht stehenden Studie fast ebenso viele Frauen wie Männer, nämlich insgesamt 46 Prozent der Vorstandsmitglieder oder darunterliegenden Positionen innerhalb der 160 in DAX, MDAX und SDAX notierten Unternehmen weiblich besetzt werden. Eine Ursache hierfür sieht der Bericht darin, dass mit der Suche Personalberatungen beauftragt waren.

Gefunden werden externe Vorständinnen vor allem in ausländischen Unternehmen oder eine Hierarchiestufe unter den Vorständen. Das bedeutet im Umkehrschluss: Entdecken Unternehmen dieses hauseigene Potenzial nicht selbst und bleiben Frauen dort folglich auf ihren Karrierewegen stecken, werden sie von Personalberatungen auf die nächst höhere Ebene in andere Unternehmen vermittelt.

Die Chance, dass am Ende des Rekrutierungsprozesses eine Frau steht, ist laut AllBright Stiftung stark an Beratungen geknüpft: So haben diejenigen mit einem hohen Anteil männlicher Mitarbeiter häufig ein weniger umfangreiches weibliches Netzwerk. Demgegenüber stehen Personalberatungen, die in ihren eigenen Reihen ein nachhaltiges Bewusstsein für Gender Bias und Diversität aufbauen und weibliche Talente somit besser identifizieren können.

Die Konkurrenz unter den Unternehmen um weibliche Führungskräfte ist mittlerweile groß, und die Bedeutung der Personalberatungen für die Vorstandsbesetzung mit weiblichen Kandidatinnen steigt.

Eine weitere spannende Erkenntnis ist, dass vergleichsweise weniger Frauen als Männer, die in den letzten fünf Jahren als Externe in den Vorstand geholt wurden, die Unternehmensführung wieder verlassen haben.

Der vollständige Bericht ist hier abrufbar.

 

 

Vorsprung durch interne Talentmobilität

Im Zuge des allgemeinen Fachkräftemangels können sich Unternehmen einen Vorsprung verschaffen, indem sie Talente aus den eigenen Reihen fördern. „Talent Mobility“ nennt das die gleichnamige Studie von Lighthouse Research & Advisory und dem Cornerstone People Research Lab, für die weltweit mehr als 1.000 Arbeitgeber und 1.000 Mitarbeitende befragt wurden.

Der Wille zur internen Weiterentwicklung ist da: 73 Prozent der Befragten geben an, sich für innerbetriebliche Karrieremöglichkeiten zu interessieren. Mehr als 50 Prozent sagen, dass sie eher im Unternehmen bleiben würden, wenn sie ihre Chancen erkunden könnten, und 47 Prozent finden, dass solche Möglichkeiten ihre Arbeitszufriedenheit erhöhen.

Manche Unternehmen bieten bereits „Opportunity Marketplaces“ an, also zeitlich begrenzte Karriereprojekte: 50 Prozent der Befragten bevorzugen solche, in denen sie ihre vorhandenen Kompetenzen verbessern können, 45 Prozent solche, in denen sie ihre Chancen ausloten können, ohne ihren aktuellen Job zu gefährden, und etwa 20 Prozent solche, durch die sie neue Mentorinnen und Mentoren kennenlernen können.

Generell informieren sich Mitarbeitende über den internen Stellenmarkt am liebsten anonym: 80 Prozent der Befragten ziehen Selfservice-Technologien dem persönlichen Gespräch vor. Mitarbeitende, denen entsprechende Tools zur Verfügung stehen, haben im Vergleich zu anderen Angestellten eine um 50 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, ihren Job zu kündigen.

Führungskräfte sehen häufig die Gefahr, dass durch interne Mobilität die besten Leute ihr eigenes Team verlassen. Dennoch ist „Talent Hoarding“ keine gewinnbringende Alternative: Mitarbeitende, die im eigenen Unternehmen keine Karrierechancen für sich sehen, verlassen im Zweifel gleich ganz das Unternehmen.

Einblicke in die gesamte Datenlage erhalten Sie hier.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt stabil

Die deutsche Wirtschaft steckt in einer Rezession. Was das für den Arbeitsmarkt heißt, lässt sich aus dem aktuellen Indeed-Job-Index ablesen. Regelmäßig wertet das Onlineportal die dort geschalteten Stellenanzeigen quantitativ und mit Blick auf die verschiedenen Berufsgruppen aus und erstellt daraus Frühindikatoren.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Arbeitskräftenachfrage, die in 2022 Rekordniveau erreichte, wurde in diesem Jahr zwar nicht getoppt, befindet sich aber trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten auf einem guten Level.

Zum letzten Messzeitpunkt Ende Mai 2023 verzeichnete die Nachfrage nach Arbeitskräften ein Minus von 13,1 Prozent. In Bezug auf einzelne Berufsgruppen zeigt sich der größte Rückgang dabei im Transportwesen (minus rund 30 Prozent), dicht gefolgt von Chemieingenieurwesen, Land-, Forst-, Tierwirtschaft und Gartenbau, Marketing, Consulting oder auch – überraschenderweise im Zuge wachsender Datenmengen – Data-Analytics und Informationsmanagement (jeweils minus rund 20 Prozent). Zunahmen gibt es vor allem im Gesundheitswesen und Bildungsbereich (zwischen plus 10 und plus 30 Prozent).

Zwar wird der Arbeitsmarkt laut Indeed-Job-Index im kommenden Sommer nochmals mit einer Abkühlung zu rechnen haben, insgesamt zeige er sich aber stabil: mit einer niedrigen Arbeitslosenquote (saisonbereinigt lag sie im Mai bei 5,6 Prozent) und einer anhaltend steigenden Zahl der Erwerbstätigen (im April dieses Jahres lag sie bei 45,7 Millionen Personen mit Wohnort in Deutschland).

Die Suche nach Fachkräften bleibt also Topthema dieser Zeit.

Die „Generation Automatisierung“ kommt

Neue KI-Tools stürmen den Markt. Dass sie neben aller Skepsis auch positive Reaktionen erzeugen, zeigt eine vom Softwareunternehmen UiPath in Auftrag gegebene Umfrage aus dem März dieses Jahres, an der weltweit 6.460 Personen teilgenommen haben.

Im Ergebnis zeichnet die Studie das Bild einer neuen Gruppe von Mitarbeitenden: der „Generation Automatisierung“. Gemeint sind damit Fachkräfte, die KI und Automatisierung aktiv nutzen und einfordern, um kollaborativer, kreativer und produktiver zu arbeiten. 68 Prozent der Befragten bewerten solche Arbeitgeber besser, die Business-Automation verwenden. Von diesem Einsatz erwarten sich 34 Prozent mehr Flexibilität hinsichtlich ihres Arbeitsumfelds, 31 Prozent mehr Zeit für die Konzentration auf wichtige Aufgaben und 23 Prozent mehr Zeit zum Erlernen neuer Fähigkeiten.

Speziell die in Deutschland befragten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wünschen sich technologische Unterstützung bei alltäglichen, sich wiederholenden Tätigkeiten, beispielsweise der Dateneingabe und Erstellung von Datensätzen (15 Prozent), der Lösung von technischen Problemen (14 Prozent) und der Erstellung von Berichten (12 Prozent). 72 Prozent der Befragten glauben darüber hinaus, dass Automatisierung Burnout reduzieren und die Arbeitszufriedenheit steigern kann.

Spannend ist dieser Befund zudem hinsichtlich der Gewinnung junger Talente: Über 70 Prozent der Befragten aus der Gruppe der sogenannten Millennials und nachfolgenden Generation Z, also die zwischen 1981 bis 2010 Geborenen denken, dass Automatisierung ihnen hilft, ihren Job besser zu erledigen. Demgegenüber teilen nur 57 bzw. 58 Prozent der sogenannten Generation X bzw. Baby-Boomer (Jahrgänge 1946 bis 1980) diese Meinung.

Die vollständige Studie kann hier nachgelesen werden: