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Warum Beschäftigte frühzeitig kündigen

Jeder zweite Deutsche, der einen neuen Job antritt, wirft innerhalb des ersten Jahres das Handtuch – und 80 Prozent von ihnen bereuen die schnelle Kündigung im Nachhinein nicht.

Als Gründe werden mit jeweils 43 Prozent ein als zu niedrig empfundenes Gehalt bzw. Unzufriedenheit mit der Führungskraft genannt. Bei 34 Prozent ist es die als unpassend oder schlecht empfundene Teamkultur bzw. Unzufriedenheit mit den Arbeitsaufgaben. Weitere Auslöser sind ein zu hohes Stresslevel (30 Prozent) und zu viele Überstunden (26 Prozent).

Betrachtet man diese Ergebnisse noch etwas genauer, zeigen sich Unterschiede im Hinblick auf Geschlecht und Generation. So neigen Männer mit rund 52 Prozent tendenziell häufiger zur frühzeitigen Kündigung als Frauen (48 Prozent), und unter ihnen gilt dies mit 58 Prozent besonders für die Generation Y, also die in den frühen 1980er bis Ende der 1990er Jahre Geborenen. Auch die Begründungen variieren: Mit 49 Prozent geben Männer am häufigsten ein zu niedriges Gehalt als Anlass für ihre rasche Kündigung an, während die Ursachen bei Frauen mit 43 Prozent vor allem in ihrer Unzufriedenheit mit der Führungskraft oder der Teamkultur (35 Prozent) zu finden sind. Über alle Generationen hinweg gleichen sich diese Werte wieder an: Mit 46 Prozent ist die Unzufriedenheit mit der Führungskraft für Jung und Alt gleichermaßen ein klarer Kündigungsgrund.

Optimal ist der schnelle Abschied vom Arbeitgeber für keinen der Beteiligten. Sowohl für Beschäftigte als auch für die Unternehmen bedeuten ein erneuter Recruiting- und Onboarding-Prozess zusätzlichen Aufwand und weitere Kosten. Was sich daraus lernen lässt: Je besser Unternehmen ihre neuen Kandidatinnen und Kandidaten kennen, desto besser können sie diese auch langfristig an sich binden.

Diese Ergebnisse gehen aus einer Studie hervor, die das Jobnetzwerk Xing in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Appinio durchgeführt hat. Befragt wurden 1.000 Berufstätige in Voll- oder Teilzeit, Personen in Umschulung und vorübergehend Arbeitslose sowie Arbeitssuchende ab 18 Jahren.

Neue Trends im Azubi-Recruiting 2023

Immer mehr Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt: Bereits 52 Prozent der für eine jetzt veröffentlichte Studie befragten Jugendlichen können zwischen zwei Ausbildungsangeboten wählen. Umso wichtiger wird es für Betriebe, ihre Zielgruppe besser kennenzulernen – denn häufig gehen die Ausbilderinnen und Ausbilder von falschen Voraussetzungen aus.

So möchten beispielsweise 62 Prozent der angehenden Azubis lieber in einem Unternehmen arbeiten, in dem geduzt wird. Das ist jedoch nur in 32 Prozent der ebenfalls befragten Unternehmen der Fall, während 69 Prozent das „Du“ in ihrem Azubi-Marketing und ‑Recruiting nutzen. Umso mehr greift hier die goldene Regel: Wird im Vorfeld geduzt, sollte das im Betrieb fortgesetzt werden. Das sorgt für klare Kommunikation und in Bezug auf Auszubildende zusätzlich für Arbeitgeberattraktivität.

Eine weitere Empfehlung lautet, die Ausbildungsangebote so einfach wie möglich zugänglich zu machen. 83 Prozent der Jugendlichen möchten sich online bewerben. Die beliebtesten Bewerbungsformulare sind dabei mobil optimiert, ohne Registrierung zugänglich und in gut 60 Sekunden ausfüllbar.

Übrigens: 83 Prozent der Befragten würden auch dann eine Ausbildung machen, wenn sie im Lotto gewonnen und ein lebenslanges Einkommen hätten. Im Vordergrund steht dabei die fachliche und persönliche Weiterentwicklung. Weitere 47 Prozent würden ihren Freundinnen und Freunden empfehlen, nach der Schule eine Lehre zu absolvieren.

Einig sind sich Ausbildungsbetriebe und Azubis zudem beim Blick auf die Gründe der Besetzungsprobleme: An die 50 Prozent sehen die Ursache in fehlender schulischer Berufsorientierung. Damit sind Unternehmen gefragt, diesem Umstand mit den passenden Instrumenten und auf den richtigen Wegen entgegenzuwirken.

Gern unterstützen wir auch Sie dabei, Ihre Azubi-Recruiting-Strategie zu entwickeln und umzusetzen!

Alle weiteren Studienergebnisse können Sie den Azubi-Recruiting Trends 2023 entnehmen.

Familienfreundlichkeit – ein wichtiges Instrument der Fachkräftesicherung

Wer Fachkräfte gewinnen und binden will, sollte die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben im Blick behalten. Das legt der aktuelle „Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2023“ nahe, der diesen Aspekt bereits seit 2003 regelmäßig in deutschen Unternehmen misst.

Für mittlerweile 86 Prozent der untersuchten Unternehmen ist ein familienfreundliches Umfeld ein relevanter Faktor. Im Jahr 2015 waren es noch 77 Prozent. Dieser Bedeutungszuwachs spiegelt sich auch in den Ansprüchen der Beschäftigten wider: Ganz unabhängig von eigenen Betreuungsverpflichtungen ist rund 80 Prozent der Befragten genau das wichtig. Beschäftigte, die in dieser Hinsicht zufrieden sind, belohnen ihr Unternehmen mit Treue: Während rund 57 Prozent, die mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie unzufrieden sind, ihren Arbeitgeber in den nächsten drei bis fünf Jahren verlassen möchten, sind es unter den Zufriedenen nur rund 26 Prozent.

Die geringe Wechselbereitschaft bestätigen auch Personalverantwortliche: Lediglich gut 19 Prozent aus Unternehmen mit einer ausgeprägt familienfreundlichen Unternehmenskultur schätzen ihre Fluktuationsrate als zu hoch ein. Mehr als 80 Prozent sehen eine steigende Bedeutung ihrer Bemühungen in dieser Hinsicht, um Arbeitskräftepotenziale zu erschließen und die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Für die vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) durchgeführte und vom Bundesfamilienministerium geförderte Erhebung wurden 5.026 Beschäftigte ab 18 Jahren aus verschiedenen Branchen befragt.

Die gesamte Studie kann hier heruntergeladen werden.

Arbeitskräftelücke im Blue-Collar-Bereich

Der wirtschaftliche Rückgang ändert nichts daran: 93 Prozent der Unternehmen in Industrie, Handel oder Dienstleistung haben Schwierigkeiten bei der Besetzung ihrer sogenannten Blue-Collar-Jobs. Damit sind Berufe gemeint, die sich vor allem durch körperliche Arbeit auszeichnen. Fast jedes zweite Unternehmen braucht mittlerweile drei bis sechs Monate, um hier Lücken zu füllen. Zu diesem Ergebnis kommt eine im Auftrag von onlyfy by XING durchgeführte forsa-Studie.

Dass es gerade in diesem Bereich eng wird, begründen 83 Prozent der befragten Unternehmen mit zu wenigen Arbeitskräften am Markt, 62 Prozent mit unzureichenden fachlichen Qualifikationen und 55 Prozent mit zu hohen Ansprüche der Kandidatinnen und Kandidaten in puncto Gehalt. Besonders schwer zu finden sind mit rund 95 Prozent Fachkräfte im Dienstleistungssektor und der Industrie, gefolgt vom Handel mit 88 Prozent.

Seitens der Arbeitnehmenden ist rund jede bzw. jeder Fünfte, die bzw. der einer körperlichen Arbeit nachgeht, unzufrieden mit der derzeitigen beruflichen Situation und insgesamt 37 Prozent suchen aktiv nach einem neuen Job oder ziehen einen Wechsel in Erwägung.

Bei der Wahl eines potenziellen neuen Arbeitgebers spielen für 74 Prozent die Jobsicherheit eine Rolle und für 71 Prozent ein höheres Gehalt. Ein attraktiver Standort sowie pünktliche Bezahlung sind 69 Prozent der Befragten wichtig, gutes Führungsverhalten schlägt mit 64 Prozentzu Buche. Für gut die Hälfte ist ein sinnerfüllender Job relevant.

Gründe, die einem Jobwechsel entgegenstehen, sind mit 39 Prozent das Gefühl, zu alt zu sein, mit 35 Prozent, nicht umziehen zu wollen, und 25 Prozent der Befragten geben an, derzeit keine attraktiven Stellenangebote zu finden.

Für die Studie wurden rund 1.000 Blue-Collar-Beschäftigte ab 18 Jahren sowie 200 HR-Entscheiderinnen und -Entscheider in Unternehmen ab 20 Mitarbeitenden befragt, die Personal für das Blue-Collar-Segment suchen.

Weitere Ergebnisse und Insights der Studie finden Sie hier.

K.-o.-Kriterien in Stellenanzeigen erkennen und vermeiden

Wer Jobofferten aufmerksam liest, stößt auf immer wiederkehrende Formulierungen. Doch wie kommen sie bei der anvisierten Zielgruppe wirklich an? Eine Frage, der das Onlineportal meinestadt.de in einer branchenübergreifenden Studie nachgegangen ist, für die insgesamt 3.000 Fachkräfte zwischen 18 und 65 Jahren befragt wurden.

Zu den Standardphrasen, die glatt durchfallen, zählen mit rund 58 bzw. 56 Prozent der Stimmen der „große Gestaltungsspielraum“, das „dynamisch wachsende Arbeitsumfeld“ oder auch die „flachen Hierarchien“. Weitere K.-o.-Kriterien sind die gern geforderte „Extrameile“, eine „hohe Flexibilität“ und „großes Eigenengagement“ – diese Wendungen gelten als Synonyme für Ausbeutung und schlechte Arbeitszeiten. Auf der visuellen Ebene sind es „gestellte Bilder/Videos von glücklichen Menschen“, die bei Fachkräften gar nicht gut ankommen.

Gern gesehen sind hingegen Formulierungen wie „langfristige Perspektiven“ (knapp 68 Prozent), der Hinweis auf eine „abwechslungsreiche und anspruchsvolle Tätigkeit“ (rund 55 Prozent) oder das „attraktive Gehalt“ (gut 56 Prozent). Neun von zehn Fachkräften ist es zudem wichtig, in der Stellenanzeige einen Hinweis auf die Jobsicherheit zu finden.

Der Weg zur perfekten Stellenanzeige führt somit über eher sachlich-neutrale Stichpunkte, die alle für die Zielgruppe wichtigen Informationen enthalten. Und noch eine spannende Entdeckung: In einigen Branchen, beispielsweise der Pflege oder dem öffentlichen Dienst, möchte die Mehrheit der Befragten (61 bzw. 59 Prozent) gesiezt werden. Branchenübergreifend legen rund 67 Prozent der über 55-Jährigen und immerhin 46 Prozent der 18- bis 24-Jährigen Wert darauf.

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