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Urteil des Bundesarbeitsgerichts: Arbeitszeiterfassung für alle wird Pflicht

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat entschieden: Unternehmen in Deutschland sind zur Aufzeichnung der geleisteten Arbeitsstunden verpflichtet. Damit müssen diese künftig ein System einrichten, das die tägliche Arbeitszeit der Mitarbeitenden genauestens erfasst. Mit dem Urteil des BAG tritt die Umwälzung des bisherigen Arbeitszeitrechts nun unmittelbar in Kraft – mit weitreichenden Auswirkungen.

Laut BAG ist die elektronische Zeiterfassung ein Weg, um Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor Ausbeutung zu schützen – aber auch, um grundsätzlich Betrug entgegenzuwirken. Bisher mussten nur Überstunden und Sonntagsarbeit dokumentiert werden. In Zukunft soll so vielen Unstimmigkeiten bezüglich geleisteter Stunden entgegengewirkt werden.

Bedeutet der Beschluss auch ein Ende der Vertrauensarbeitszeit? Das Stechuhr-Modell könnte nicht nur mehr Sichtbarkeit schaffen, sondern auch mobile Arbeitskonzepte und das Homeoffice gefährden. Noch fehlen Gesetze, die konkret definieren, wie die Dokumentation der Arbeitszeit erfolgen soll. Ursprünglich wollte die Bundesregierung die EuGH-Vorgaben von 2019 zeitnah umsetzen und hatte dabei auch flexible Arbeitszeitmodelle mit auf dem Plan – mit dem Urteil des Bundesarbeitsgerichts gerät die Politik nun gewaltig in Zugzwang und könnte die bisherigen Vorhaben kippen.

Slack und Co: Die Nutzung von Emojis in der betriebsinternen Kommunikation

Was bewirken die kleinen Piktogramme in der Kommunikation am Arbeitsplatz? Um den aktuellen Trend zur Verwendung von Emojis zu verstehen, führten die beiden Unternehmen Duolingo und Slack jüngst eine internationale Umfrage mit 9.400 Mitarbeitenden durch. Daraus ging hervor, dass 60 Prozent der Befragten Smileys und Co in ihren Nachrichten an Kolleginnen und Kollegen verwenden, aber nur die wenigsten (5 Prozent) diese auch im Austausch mit ihren Vorgesetzten nutzen.

Rund ein Drittel der jüngeren Teilnehmer (31 Prozent der Gen Z und 24 Prozent der Millennials) geben zudem an, ein Emoji schon einmal missinterpretiert zu haben – das führt vermeintlich zu einer verstärkten Unsicherheit auf Arbeitgeberseite. Anne Forster-Berger, Expertin für Leadership und Corporate Culture, sieht das gelassener: Sie findet, dass sich insbesondere Führungskräfte durch die Verwendung von Emojis nicht schwächer, sondern nahbarer machen – sicherlich ein bedeutender Vorteil in puncto Arbeitsklima.

Zudem soll der Einsatz von Emojis laut der Studie sogar wirtschaftliche Vorteile mit sich bringen. Der Grund: Wer diese nutzt, kann tendenziell auf kürzere Texte setzen und spart somit Zeit. Durch einen „Daumen hoch“ lässt sich beispielsweise die Meinung zu einem Projekt mit nur einem Bild zusammenfassen. So geben 58 Prozent an, dass sie durch den Einsatz von Emojis am Arbeitsplatz mehr Klarheit und Überzeugung in ihre Unterhaltungen bringen. Ganze 47 Prozent der Befragten finden, dass Emojis die Kommunikation beschleunigen und damit die Gesamteffizienz steigern – das könnte einen klaren Vorteil für die Chefetage bedeuten.

Personalmesse für HR-Management und Recruiting in München

Am 25. Oktober 2022 findet die 18. Personalmesse im MOC in München statt. Unter dem Motto „Erfolgsfaktor Recruiting, Personalmanagement, BGM und Weiterbildung“ stehen in diesem Jahr die Personalauswahl und -entwicklung sowie Strategien rund um betriebliches Gesundheitsmanagement im Fokus. 30 Top-Referenten und Experten von ca. 50 Ausstellern referieren und beraten unter anderem zu Themen wie:

  • Suche und Auswahl der richtigen Mitarbeiter
  • Social Media, Video und Mobile Recruiting
  • Weiterbildung und Digitalisierung im Learning Management
  • Zeiterfassung und Zutrittsmanagement
  • Mitarbeitermotivation und -bindung durch Anreizsysteme
  • Zielvereinbarungen & Orientierung an den Gesamtzielen des Unternehmens
  • Personalrecht

Der Zugang zu den Vorträgen ist für alle Messebesucher frei.

Als Partner der Personalmesse können wir Ihnen exklusiv einen Promocode anbieten (PERS22-P06), den Sie über den Link www.personal-world.de/ticket-bestellen/ einlösen können.

Personaler legen geringes Augenmerk auf Art des Hochschulabschlusses

Ob ein Bewerber einen Bachelor- oder Masterabschluss hat, spielt kaum eine Rolle, Hauptsache er hat ein Studium beendet. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Stellenmarkt-Auswertung der Personalmarktforschung Index Research in der größten europäischen Stellenanzeigen-Datenbank Index. Hierfür wurden rund 84.300 Jobinserate für Young Professionals daraufhin untersucht, ob sie als Voraussetzung einen Studienabschlusses angeben.

Im ersten Drittel des Jahres 2022 enthielten weniger als 7 Prozent aller Stellenanzeigen die ausdrückliche Anforderung eines Bachelorabschlusses. Lediglich 4,5 Prozent der ausgeschriebenen Vakanzen setzten einen Master voraus. Ein Diplom wurde nur in 1,3 Prozent der analysierten Ausschreibungen erwartet. Jedoch forderten die Hälfte der rekrutierenden Unternehmen ein „abgeschlossenes Studium“ bzw. einen „Hochschulabschluss“. Diese unscharfen Formulierungen könnten Bachelorabsolventen davon abhalten, sich zu bewerben. Zielführender könnten eine klare Ansprache und die Benennung der erwarteten Qualifikationen sein.

Flexible Arbeitsmodelle: stärkere Belastung für IT, höhere Produktivität im Team

In einer aktuellen Studie, die das amerikanische Software-Unternehmen GoTo gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen Frost & Sullivan in Auftrag gegeben hat, geben KMUs Einblicke in ihre Erfahrungen mit flexiblem Arbeiten. Das Ergebnis: Insbesondere hybride Modelle können die Produktivität steigern und sich positiv auf die Unternehmenskultur auswirken. Mitarbeitende aus dem IT-Bereich haben hingegen häufig Mehraufwand – insbesondere, wenn die technische Ausstattung Mängel aufweist.

76 Prozent der Befragten äußerten, dass die Arbeitsbelastung der IT-Mitarbeitenden, bspw. durch die Einführung von Tools für die Remote-Arbeit, zugenommen hat. 43 Prozent bewerten ihren Job seither als komplexer. Gründe dafür sind unter anderem ein höherer Druck, vielseitigere Aufgaben und unzureichende Software oder mangelhafte Tools. Dennoch sprechen die Ergebnisse auch deutlich für New-Work-Modelle. So ist z. B. die Fluktuation in Unternehmen, die hybrides Arbeiten anbieten, deutlich geringer (22 Prozent) als bei Arbeitgebern, bei denen die Mitarbeitenden komplett remote (43 Prozent) oder ausschließlich im Büro (44 Prozent) arbeiten. Mehr als ein Drittel der Befragten ist sich sicher, dass flexible Arbeitsmodelle die Produktivität des Personals steigern und die Unternehmenskultur positiv beeinflussen. 78 Prozent der untersuchten Unternehmen haben hybride Strukturen mit einer Vorgabe für Präsenztage. Im internationalen Schnitt sind das 2,7 Tage pro Woche – deutsche Firmen setzen durchschnittlich drei Tage Anwesenheit voraus.