Aktuelles

Beschäftigung ausländischer Fachkräfte vereinfacht sich

Qualifikation, Erfahrung, Potenzial  das sind die Säulen des jetzt von der Bundesregierung auf den Weg gebrachten Fachkräfteeinwanderungsgesetzes. Kerngedanke des Gesetzes ist die weitere Einwanderungserleichterung qualifizierter Erwerbspersonen aus Drittstaaten mit dem Ziel, die Fachkräftebasis in Deutschland zu sichern.

Qualifizierung  das ist neu:
Wer einen in Deutschland anerkannten Hochschulabschluss hat, kann hier künftig jede qualifizierte Beschäftigung ausüben. Wesentliche Grundlage bleibt die „Blaue Karte EU“, die durch die Ausweitung künftig für noch mehr Fachkräfte mit akademischer Ausbildung aus Drittstaaten erhältlich sein soll.

Erfahrung  das ist neu:
Ein im Ausland erworbener Berufsabschluss muss nicht mehr zuvor in Deutschland anerkannt worden sein. Künftig kann jede ausgebildete Fachkraft mit mindestens zwei Jahren Berufserfahrung hier arbeiten. Dafür wird eine – noch nicht näher spezifizierte – Gehaltsschwelle eingezogen; wird diese unterschritten, gilt weiterhin, dass die Ausbildung in Deutschland anerkannt sein muss. Um den Zeitraum des Anerkennungsverfahrens zu überbrücken, kann zwischen Beschäftigten und Arbeitgebern eine Anerkennungspartnerschaft geschlossen werden.

Potenzial  das ist neu:
Auch Fachkräfte ohne konkretes Arbeitsplatzangebot haben jetzt die Möglichkeit, direkt in Deutschland eine Beschäftigung zu suchen. Grundlage dafür ist die sogenannte Chancenkarte, die nach einem Potenzialpunktesystem vergeben wird. Zu den Kriterien zählen unter anderem Qualifikation und Berufserfahrung, Deutsch- und Englischkenntnisse oder auch das Potenzial der Ehe- bzw. Lebenspartner und -partnerinnen.

Darüber hinaus wurden weitere Erleichterungen zugunsten einer vereinfachten Einwanderung im neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetz verankert.

Diversity im Recruiting wird immer wichtiger

Im Bemühen um neue Mitarbeitende gilt es für Unternehmen, ihre Suche nach geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten über die „üblichen Verdächtigen“ hinaus zu erweitern. Statt etwa die sehr beliebte, aber immer kleiner werdende Gruppe der Berufsanfängerinnen und -anfänger zu fokussieren, sollte sich der Blick verstärkt auf ältere Kandidatinnen und Kandidaten oder solche mit Migrationshintergrund richten. Das zeigt eine aktuelle Studie, die das Jobportal indeed zusammen mit Glassdoor und dem ifo Institut umgesetzt hat.

Insgesamt 554 Personalverantwortliche aus Industrie, Handel und Dienstleistung und unterschiedlichen Unternehmensgrößen wurden per Online-Umfrage zur Bedeutung von Diversität in der Personalsuche interviewt.  

48 Prozent der Befragten, die im Recruiting-Verfahren auf Diversität achten, und 43 Prozent der Unternehmen, die ihre Personaler im vorurteilsfreien Umgang mit Bewerberinnen und Bewerbern schulen, besetzen ihre freien Stellen durchschnittlich innerhalb von zwei Monaten. Das schaffen im Vergleich nur 32 Prozent der Organisationen ohne Diversitätsstrategie. Insgesamt kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass Unternehmen, die sich neuen Zielgruppen öffnen und deren Personalabteilungen an sich schon diverser aufgestellt sind, ihre freien Stellen schneller und häufiger besetzen als es ansonsten der Fall ist.   

Die gezielte Förderung von Vielfalt, beispielsweise mithilfe einer eigenen Diversitätsstrategie, sollte also als zunehmend wichtiges Instrument ins Orchester der Recruiting-Maßnahmen des Unternehmens eingebunden werden.

 

Xing.com positioniert sich verstärkt als Jobplattform

Dass XING seine Relevanz als Karrierenetzwerk insbesondere im Konkurrenzkampf mit LinkedIn nahezu verloren hat, ist in der HR-Szene schon lange kein Geheimnis mehr. Wie eine aktuelle Pressemitteilung des Unternehmens zeigt, verfolgt Xing.com nun die Strategie, mit einer neuen Positionierung als Jobplattform statt Karrierenetzwerk wieder an Bedeutung zu gewinnen.

Ab sofort öffnet sich das Unternehmen dazu nun explizit auch nicht registrierten Jobsuchenden. Heißt: Es lässt diese ebenfalls auf den – nach eigenen Angaben – mit 1,4 Millionen Jobangeboten größten Stellenmarkt im deutschsprachigen Raum zugreifen. 

Die Neupositionierung zeigt sich vor allem auf der Startseite. Sehr präsent im oberen Bereich ist hier eine Eingabemaske zu finden, von der aus unmittelbar in die Jobsuche eingestiegen werden kann. Zu den zahlreichen Filtern, die sich unter Schlagworten wie „Beschäftigungsart“ oder „Tätigkeitsfeld“ finden lassen, sind die beiden Rubriken „Arbeitskultur“ und „Besondere Vorzüge“ hinzugekommen. Vom Wunsch nach der Arbeit im Homeoffice bis zu der Frage, ob Hunde mit ins Büro genommen werden können oder eine gute Verkehrsanbindung gegeben ist, ist alles dabei.

Wir bleiben gespannt, ob es XING gelingt, diese Neupositionierung in den Köpfen der Jobsuchenden zu verankern und ob sich dies am Stellenanzeigen-Traffic bemerkbar macht.

Equal Pay Day zeigt weiter Unterschiede im Verdienst von Frauen und Männern auf

Der Equal Pay Day wird jedes Jahr aufs Neue festgelegt. Er beschreibt die Zeitspanne, in der Frauen in einer Volkswirtschaft von Jahresbeginn an rein rechnerisch im Vergleich mit ihren männlichen Kollegen unentgeltlich gearbeitet haben. In diesem Jahr fiel der Tag auf den 07. März 2023.

Errechnet wird der sogenannte Gender Pay Gap anhand der Daten des statistischen Bundesamtes. In 2022 haben Frauen demnach pro Stunde brutto 18 Prozent weniger verdient als Männer. Eine Erklärung hierfür ist, dass Frauen in generell schlechter bezahlten Berufen und Branchen arbeiten; eine andere Ursache wird darin gesehen, dass Frauen häufiger in Teilzeit arbeiten.

Aber auch mit vergleichbaren Qualifikationen, Erwerbsbiografien und Tätigkeiten stehen Frauen schlechter da: Sie verdienen dann immer noch bis zu sieben Prozent weniger als Männer.

Mehr über den Equal Pay Day und die verschiedenen Aktionen, an denen Sie teilnehmen können, erfahren Sie hier.

Beschäftigte sind aktuell besonders wechselbereit

Selten war die Wechselbereitschaft der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer so hoch wie heute. Zu diesem Ergebnis kommt das Markt- und Meinungsforschungsinstitut forsa, das im Auftrag von onlyfy by XING seit 2012 regelmäßig Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz zu Themen wie Jobzufriedenheit, ihren Wünschen an künftige Arbeitgeber und Motiven ihrer (potenziellen) Jobwechsel befragt. Im Januar dieses Jahres waren 3.216 volljährige Erwerbstätige in die Umfrage einbezogen.

Auf dem Sprung sind insbesondere die jungen Generationen: 40 Prozent der sogenannten Millenials (die 30- bis 39-Jährigen) stehen neuen Aufgaben offen gegenüber, ganze neun Prozent suchen aktiv; in der sogenannten Generation Z (die 18- bis 29-Jährigen) sind sogar 48 Prozent bereit für einen Jobwechsel. Über alle Altersgruppen hinweg planen sechs Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer konkret ihren Absprung. Am treusten zeigen sich die über 50-Jährigen: Hier sind es lediglich noch drei Prozent, die derzeit konkrete neue Schritte planen.

Als Gründe für ihre Wechselbereitschaft nennen die sogenannten Millenials vor allem fehlende Aufstiegschancen in ihren aktuellen Positionen (34 Prozent), während bei den deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern insgesamt das Gehalt im Verhältnis zu Inflation und gestiegenen Ausgaben eine maßgebliche Rolle spielt (47 Prozent). Trotzdem ist Geld auch weiterhin nicht der wichtigste Wechseltreiber: Rund 80 Prozent der Befragten würden selbst bei besserer Bezahlung nicht wechseln, wenn beim neuen Unternehmen ein schlechter Führungsstil herrscht oder im Freundeskreis negative Erfahrungen kursieren. Für immer noch 66 Prozent ist eine schlechte Unternehmenskultur Grund genug, dieses Unternehmen nicht zu wählen.

Die ganzheitliche Attraktivität des Arbeitgebers und die Kommunikation dessen bleiben damit die besten Hebel, um Mitarbeitende zu finden und zu binden.