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Mobile Recruiting

 

Mobile Recruiting steht für die Personalbeschaffung über mobile Endgeräte wie Tablets oder Smartphones und wird sowohl auf Kandidaten- wie auch Recruiterseite angewandt. Der Vorteil für Jobsuchende liegt auf der Hand: schnelle, unkomplizierte Bewerbungsmöglichkeiten zu jeder Tageszeit, in jeder Situation. Recruiter können diese Art der Personalsuche effektiv für sich nutzen, da Mobile Recruiting eine gezielte Bewerberansprache und zügige Reaktionen auf Bewerberanfragen ermöglicht. Trotzdem scheint es manchmal so, als stecke Mobile Recruiting teils noch in den Kinderschuhen. Viele Firmen erschweren durch fehlende Anpassung die mobile Sichtung von Stellenanzeigen und auch die Möglichkeit zu einer sogenannten One-Click-Bewerbung gehört noch lange nicht zum Standard. Wie Unternehmen ihre Zielgruppe mobil erreichen können und welche Chancen Mobile Recruiting bietet, zeigt der folgende Artikel.

Warum ist mobile Optimierung so wichtig?

Handys und Tablets sind allgegenwärtig und begleiten uns rund um die Uhr. Daher sind sie der perfekte Kanal, um potenzielle Arbeitnehmer zu erreichen. Bei Langeweile in der Bahn, dem abendlichen TV-Programm oder in der Schlange beim Bäcker – ständig fällt der Blick aufs Smartphone und den aktuellen Newsfeed. Wer hier geschickt und ansprechend seine Vakanzen platziert oder sich durch gutes Employer Branding als attraktiver Arbeitgeber hervorhebt, weckt Interesse. Firmen, die dann auch noch eine einfache, schnelle Bewerbung über wenige Klicks ermöglichen, dürften sich über einen Zuwachs an Kandidaten freuen.

Die Nachfrage ist da wie beispielsweise eine Studie der Absolventa GmbH und des Instituts für Personalwirtschaft der Ludwigs-Maximilians-Universität München zeigt. Danach wünschen sich 85 Prozent der Befragten mobil-optimierte Unternehmensinformationen. 97 Prozent legen Wert auf optimierte Stellenanzeigen und 40 Prozent möchten verkürzte Bewerbungswege, beispielsweise durch das Zusenden der Bewerbung via XING.

Wie erreichen Arbeitgeber User mobil?

Es gibt mehrere Wege, wie ein Unternehmen seine Adressaten mobil erreichen kann, wichtig hierbei ist immer die positive Candidate Experience. Das heißt: Alle mobilen Angebote sollten gut lesbar sein auch ohne umständliches Scrollen und Vergrößern flüssig laden, laufen und intuitiv bedienbar sein. Bei den Inhalten sollten Recruiter darauf achten, dass sie zu den jeweiligen Kanälen passen und die richtige Ansprache für die Zielgruppe treffen. Facebook-User reagieren eher auf lockere, moderne Kampagnen. Auf XING oder der firmeneigenen Karriereseite darf der Ton dann schon seriöser werden.

One-Click-Bewerbung

Wie der Name schon sagt, ermöglicht die One-Click-Bewerbung, sich mit nur einem Klick an einer Stelle interessiert zu zeigen. Nutzer importieren ihre persönlichen Informationen sowie ihren tabellarischen Lebenslauf aus einem beruflichen Netzwerk direkt in die Datenbanken des Unternehmens. So erhalten Arbeitgeber Informationen über Kandidaten schneller und auf das Wesentliche komprimiert. Das hat den Vorteil, dass sie die Bewerber besser untereinander vergleichen und bestenfalls auf einen Blick auch optionalen Vakanzen zuordnen können.

Social Media Recruiting

Die Sozialen Medien begleiten mobile User durch den Alltag, Timelines und Newsfeeds scannen gehört zur Routine. Daher sollte ein Unternehmen in diesem Bereich gut aufgestellt und in den einschlägigen Sozialen Netzwerken vertreten sein. Bestenfalls gibt es eigene Profile, die regelmäßig gepflegt und mit hochwertigem Content bespielt werden. So können Follower generiert und die Reichweite der Personalmarketingmaßnahmen oder Stellenanzeigen erhöht werden. Die Reichweite lässt sich aber auch durch Schaltung von kostenpflichtigen Ads oder durch das Teilen von Inhalten via WhatsApp oder anderen Soziale Medien enorm erhöhen.

Branding

Young Professionals wünschen sich in einem Unternehmen zu arbeiten, das mit dem Puls der Zeit geht. Wer diesem Bedürfnis nachkommt und seine Außendarstellung ansprechend und auch auf technischer Ebene modern gestaltet, fällt positiv auf und wird eher als Wunscharbeitgeber abgespeichert. Zudem zahlt ein innovatives und fortschrittliches Auftreten direkt auf das Image der Firma ein und kann dieses nachhaltig positiv beeinflussen.

Recruiting per App

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, potenzielle Mitarbeiter über Apps auf sich aufmerksam zu machen. So kommen Anwendungen wie Facebook, Instagram und Co. für das oben definierte Social Media Recruiting zum Einsatz. Darüber hinaus bieten natürlich auch alle einschlägigen Berufsnetzwerke wie XING oder LinkedIn eine App und somit die Möglichkeit, sich unterwegs über Arbeitgeber, offene Stellen und brancheninterne News zu informieren. Auch Recruitingtools lassen sich als App programmieren, sodass der gesamte Prozess über die mobile Anwendung laufen kann. Da der Schritt zur „custom made“-App jedoch mit enormen Kosten verbunden ist, lohnt er sich in der Regel nur für große Unternehmen und Konzerne. Eine Alternative: Es strömen immer mehr reine Recruiting-Apps von externen Anbietern auf den Markt. So können Unternehmen ihre Vakanzen beispielsweise via truffls ausspielen oder Ihre Recruitingprozesse über Anwendungen wie softgarden steuern und die Vorteile des App-Recruitings nutzen ohne gleich ein eigenes Programm entwickeln zu müssen.

Fazit

Unser Leben spielt sich – nicht zuletzt dank der sich rasant entwickelnden Technik – zunehmend „on Tour“ ab. Aber nicht nur unterwegs, auch auf dem heimischen Sofa ist das Handy zum Computer-Ersatz und Nebenbei-Medium geworden. Die Menschen nutzen ihr Smartphone, um sich zu informieren, auszutauschen, zu unterhalten und zunehmend eben auch, um nach einem neuen Arbeitgeber zu suchen oder ihren Marktwert zu checken. Dass immer mehr Menschen ihr Handy zuhause aber eben auch mobil für die Jobsuche nutzen, zeigt beispielsweise eine aktuelle Studie der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Danach informierten sich 2019 53 Prozent unterwegs über Stellenangebote – 2014 waren es nur 16,4 Prozent. Logisch, dass Arbeitgeber sich anpassen und dem Wunsch nach mobiler Stellensuche gerecht werden müssen.

 

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