HR-Wissen

Google for Jobs

 

Wer seit Mai 2019 in Deutschland bei Google nach Jobs sucht, erhält als Ergebnis eine Auswahl an Stellenangeboten in einer hervorgehobenen Box. Gleiches gilt seit September 2019 auch für die Schweiz. Dies ist nach Google Shopping und Flüge eine neue Erweiterung des Internetriesen.

Was ist Google for Jobs?

Wer bei Google beispielsweise nach „Jobs in Hamburg“ sucht, sieht einen blauen Kasten über den organischen Treffern in der Such­ergebnisliste, in welchem dem Nutzer passende Stellenanzeigen angezeigt werden. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um eine eigenständige Online-Plattform, in der Stellen­anzeigen geschaltet werden können, sondern um eine Erweiterung der Suchfunktion, für die – zumindest zunächst – nicht gezahlt werden muss. Erst, wenn der User in dem Kasten etwas anklickt, öffnet sich eine neue Seite, auf der weitere Suchergebnisse und Filtermöglichkeiten angegeben werden.

Die Inserate werden in der Detailansicht als Plain-Text-Anzeigen eingeblendet; zwischen Titel und Inhalt werden dem Bewerber Stellenportale angezeigt, in denen er sich bewerben kann. Hierbei werden jedoch neben Karriereseiten von Unternehmen nur Plattformen berücksichtigt, die eine Partnerschaft mit Google eingegangen sind. Hierzu gehören beispielsweise XING, Monster, stellenanzeigen.de und diverse Online-Plattformen von Zeitungsverlagen. In der Schweiz ist der größte Partner die JobCloud AG, zu der bspw. auch jobs.ch und jobup.ch gehören.

Die Inserate werden in der Detailansicht als Plain-Text-Anzeigen eingeblendet; zwischen Titel und Inhalt werden dem Bewerber Stellenportale angezeigt, in denen er sich bewerben kann. Hierbei werden jedoch neben Karriereseiten von Unternehmen nur Plattformen berücksichtigt, die eine Partnerschaft mit Google eingegangen sind. Hierzu gehören beispielsweise XING, Monster, stellenanzeigen.de und diverse Online-Plattformen von Zeitungsverlagen. In der Schweiz ist der größte Partner die JobCloud AG, zu der bspw. auch jobs.ch und jobup.ch gehören.

Wie funktioniert Google for Jobs?

Die Jobplattform von Google ist keine klassische Stellenbörse, in der gegen einen Kostenaufwand eine Anzeige geschaltet werden kann. Stattdessen durchsucht ein Algorithmus des Internetriesen Karriere-Websites von Unternehmen ebenso wie Partnerplattformen nach Stellenangeboten. Diese müssen nach einem bestimmten Datenschema aufbereitet sein, damit die Vakanzen von der KI im Hintergrund erkannt werden können. Hierbei handelt es sich um strukturierte Metadaten, die nach dem Muster von schema.org aufgebaut sind. Google hat auf Basis dieses Schemas definiert, welche Daten angegeben werden müssen und welche optional sind. Es ist beispielsweise Pflicht, das Einstellungsdatum, einen Ort und einen Titel anzugeben. Optional kann neben der Anstellungsart zum Beispiel auch das Gehalt angegeben werden. Nähere Informationen dazu finden Sie hier.

Welchen Mehrwert bietet Google for Jobs Unternehmen?

Schon bevor Google for Jobs in Deutschland an den Start ging, suchten die meisten Bewerber über Google nach neuen Stellen. Durch die prominente Platzierung des blauen Kastens an erster Stelle der organischen (also unbezahlten) Treffer in der Suchergebnisliste werden sie nun noch schneller auf passende Stellenangebote in den Suchergebnissen aufmerksam. Haben Unternehmen ihre Karriere-Website und Stellenanzeigen entsprechend optimiert, spielt Google die Vakanzen in den Suchergebnissen gut aus. Je mehr Metadaten von Unternehmen bei der Schaltung einer Vakanz auf ihrer Seite angegeben werden, desto besser sind die Stellenanzeigen in Google for Jobs platziert und desto eher werden sie von potenziellen Bewerbern gefunden.

Wir wirkt sich Google for Jobs auf die „klassischen“ Stellenportale aus?

Ein klarer Nachteil für klassische Jobbörsen ist, dass der Google for Jobs-Kasten in der Suchergebnisliste zwischen den bezahlten Anzeigen, die immer oben erscheinen, und den weiteren organischen Treffern erscheint. Dies betrifft aber natürlich nicht nur die Online-Stellenbörsen, sondern ebenso Unternehmenswebsites und andere Homepages – alle folgenden organischen Suchergebnisse rutschen weiter nach unten. Zudem „klaut“ der Kasten ein organisches Suchergebnis: Während in der üblichen Suche zehn Ergebnisse erscheinen, werden bei der Jobsuche nur noch neun weitere organische Suchergebnisse angezeigt.

Sind klassische Online-Stellenbörsen Partner von Google for Jobs (bspw. XING, LinkedIn, monster.de etc.), erscheinen sie auf der Google for Jobs-Seite als Bewerbungsoptionen (vorausgesetzt natürlich, die entsprechende Anzeige ist dort geschaltet worden).

Es gibt allerdings keine Garantie dafür, dass alle möglichen Partnerplattformen, auf denen das Inserat ausgeschrieben ist, angezeigt werden (siehe Bild oben, ganz rechts). Nur in der mobilen Ansicht kann der blaue Balken verschoben werden, um ausgeblendete Ergebnisse auszuwählen.

Plattformen, die keine Partner von Google sind, haben einen Nachteil, denn sie rutschen in den Suchergebnislisten unter den Google for Jobs-Kasten. Dazu gehören beispielsweise StepStone, meinestadt.de und Indeed. Um sich die Aufmerksamkeit der Suchenden zu sichern, bleibt den Plattformen nur, Anzeigen über Google Ads zu schalten oder bspw. auf Social-Media-Plattformen präsenter zu sein. Allerdings hat Google aus der Geldbuße von 2017 zur unrechtmäßigen Bevorteilung von Google Shopping wenigstens etwas gelernt: Über dem blauen Kasten in der Suchergebnisliste wird darauf hingewiesen, dass auch direkt in den Stellenportalen nach Jobs gesucht werden kann – und hier werden dann StepStone, meinestadt.de usw. genannt.

Es ist also keineswegs so, dass die Portale, die keine Partner sind, nicht mehr auffindbar wären. Die Aufmerksamkeit der Bewerber wird allerdings ganz klar auf den google-eigenen Kasten gelenkt, weshalb die klassischen Online-Plattformen in Zukunft vermutlich mehr in Werbemaßnahmen – in Sozialen Netzwerken ebenso wie auf Google selbst – investieren müssen. Aber auch diese Neuerung ist nicht an der europäischen Kommission vorbeigegangen: 23 europäische Jobbörsen haben bereits Beschwerde eingelegt.

Fazit

Inwiefern sich Google for Jobs auf die klassischen Jobbörsen und das Anzeigengeschäft auswirkt, lässt sich nach einem halben Jahr in Deutschland und der kurzen Zeit in der Schweiz noch nicht feststellen. Auch bleibt abzuwarten, ob die EU-Kommission Schritte einleitet, um Google dazu zu zwingen, die Wettbewerbsgleichheit wiederherzustellen. Für Unternehmen bietet Google for Jobs die Möglichkeit, die eigenen Karriere-Websites besser zu platzieren und so mehr Traffic direkt darüber zu generieren – und das ohne viel Geld aufzuwenden und in vielen weiteren Jobbörsen zu schalten.

 

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