HR-Wissen

Arbeitgeberfilme/Recruiting-Videos

 

Wir lieben Filme! Das Bewegtbild ist mittlerweile auch in der Arbeitswelt angekommen. Und deshalb nutzen immer mehr Unternehmen die Chance, sich via Video-Content als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren. Dieser lässt sich schnell, einfach und relativ kostengünstig über das Internet verbreiten. Welche Arbeitgeberfilme letztlich eine hohe Reichweite erzielen und erfolgreich sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab, die wir in diesem Artikel näher erklären.

Was sind Arbeitgeberfilme und wie setze ich sie richtig in Szene?

Wichtig ist zunächst die Unterscheidung zwischen reinen Image-Filmen, die in erster Linie zum Ziel haben, das Unternehmen mit seinen Dienstleistungen und/oder Produkten positiv darzustellen und Recruiting-Videos. Letztere konzentrieren sich auf das Human Capital und werden produziert, um neue Arbeitnehmer anzuwerben. Natürlich gehen diese Eigenschaften schlussendlich Hand in Hand, denn: Eine Firma, die als ansprechend wahrgenommen wird, findet leichter neue Mitarbeiter. Glückliche Angestellte, die sich in Videos wohlwollend zu ihrem Arbeitgeber äußern, bewirken wiederum einen positiven Image-Effekt.

Ob auf der eigenen Karriere-Website, einer Internet-Stellenbörse, via YouTube oder in groß angelegten Social-Media-Kampagnen auf Facebook oder Instagram – Arbeitgebervideos lassen sich schnell und unkompliziert verbreiten. Wer großes Glück und natürlich einen guten Film hat, erreicht viele Rezipienten und wird quer durch die Medienlandschaft getragen. Das erhöht die Reichweite, die Bekanntheit des Unternehmens und somit auch die Chance auf qualifizierte Mitarbeiter.

Das perfekte Arbeitgebervideo – worauf kommt es an?

Für ein gelungenes Video mit der Chance auf weite Verbreitung gibt es kein Allgemeinrezept. Wichtig ist es, den Zeitgeist zu treffen und sich von der Masse abzuheben. Wer kreative Ideen und eine ansprechende Umsetzung liefert, bleibt im Kopf der Zuschauer. Darüber hinaus sollte der Film auf die Zielgruppe zugeschnitten sein und die passenden Inhalte verarbeiten. Ganz nach dem Motto. „Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler“ ist es beispielsweise wesentlich effektiver, Einblick in Arbeitsbedingungen oder Goodies für Mitarbeiter zu geben als Informationen aus dem letzten Jahresabschlussbericht.

Weitläufig verbreitet ist die Meinung, bei Arbeitgeberfilmen käme es insbesondere darauf an, dass sie hochwertig produziert werden. Das mag für große Konzerne auch stimmen, da von ihnen die Bereitschaft zu einem Investment erwartet wird. Doch ein guter Arbeitgeberfilm muss kein Vermögen kosten, denn es kommt mehr auf die Inhalte und ansprechende Ideen an als auf teure Spezialeffekte und Produktionstechniken. Dass sogar Low-Budget-Videos viral gehen können, zeigt das Beispiel einer Glaserei bei Bremerhaven. Ein Handyvideo, ein Innenhof und ein uriger, sympathischer Chef, der erst aufmerksamkeitsstark eine Glasscheibe fallen lässt und dann seine Benefits und Erwartungen in die Kamera spricht – das Ergebnis: mehr als 1,5 Millionen Facebook-Aufrufe innerhalb weniger Wochen und etliche Bewerbungseingänge.

Dieses Beispiel – aber auch viele weitere – zeigen, dass es bei den Filmen eben auf das gewisse Etwas ankommt. Das kann eine sehr hochwertige Machart sein, aber auch Witz, Charme, Emotionen, Selbstironie, Ideenreichtum und/oder spannende Informationen. Doch ganz gleich, für welchen Eyecatcher die Produzenten sich entscheiden, das Video muss dabei immer glaubhaft und authentisch bleiben. Erzählt beispielsweise eine gelangweilte Baumarkt-Angestellte, dass sie schon immer etwas „mit Schrauben machen“ wollte, geht dieser Aspekt verloren. Und das ist gerade bei Arbeitgebervideos fatal, denn so positiv die Resultate eines gelungenen Videos sein können, kann sich eine schlechte oder gar peinliche Selbstdarstellung durchaus nachteilig auf das Ansehen des Unternehmens auswirken. 

Warum lohnt sich ein Arbeitgebervideo?

Im Zuge der Digitalisierung hat sich nachweislich auch die Rezeptionsdauer verändert. Menschen wollen unterhalten werden und zwar in Kürze, da die nächsten Termine schon anstehen. Auf gut Deutsch heißt das: Lange Unternehmenstexte und altmodische Stelleninserate sprechen viele Arbeitnehmer nicht mehr an. Bewegtbild hat den entscheidenden Vorteil, dass viele Informationen in kurzer Zeit vermittelt werden können. Zudem eröffnet die Kombination aus Ton, Bild, Bewegung, Schnitt, Erzählweise usw. viele Möglichkeiten zur Gestaltung eines Arbeitgebervideos. Beispielsweise können Filme stärker als andere Medien Emotionen vermitteln und wecken. Wer lacht, überrascht oder gerührt ist etc., behält das Gesehene besser in Erinnerung. So können Unternehmen bei potenziellen Bewerbern einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. 

Eine der größten Chancen besteht darin, dass Unternehmen den Zuschauern einen echten Einblick in ihren Arbeitsalltag, ihre Räumlichkeiten und Produktwelten, ihre Teamarbeit und Abläufe verschaffen können. So erfahren potenzielle Mitarbeiter die Dinge, die ihnen wirklich wichtig sind, und können sich bereits im Vorfeld überlegen, ob sie für ein bestimmtes Unternehmen arbeiten wollen oder nicht.

Fazit

DAS Arbeitgebervideo gibt es nicht, denn dieses Format bietet viele kreative Freiräume und Gestaltungsmöglichkeiten. So kann sich ein Unternehmen selbst darstellen, sich als attraktiver Arbeitgeber präsentieren oder mithilfe des Films ganz gezielt nach einer Berufsgruppe, Auszubildenden oder sogar nach Personal für eine bestimmte Position suchen. Die Clips können hochprofessionell oder einfach mit der Handykamera produziert werden. Sie können lustig sein, selbstkritisch, im Stil einer Dokumentation, eines Interviews oder emotional. Sie können Vorgesetzte zeigen, Mitarbeiter oder technische Prozesse. Dabei darf jedoch eines niemals fehlen: ein starkes, authentisches Konzept.

 

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